Saâdane Afif

Das Ende der Welt

Saâdane Afif kündigt in seiner Intervention das Ende der Welt an. Seine Kunst ist geprägt von dem Verständnis, dass der Entstehungsprozess des Kunstwerkes mit der Zeit der Ausstellungsdauer verschmilzt. Für „Das Ende der Welt“ arbeitet Afif mit mehreren zeitlichen und flüchtigen Aspekten von Kunst.

Für die Intervention interviewte Afif Mitarbeiter des Museums für Naturkunde, was in Form eines fiktiven Gespräches Teil der künstlerischen Arbeit werden wird. In dieser Auseinandersetzung mit dem Museum, welches natürliche Objekte der Welt sammelt und erforscht, entwickelte Afif die Metapher des Museums als Welt – mit eigenen Strukturen, Wünschen und Konflikten. Mit einem melancholischen Blick fragt er sich dabei, was die Zukunft bringen kann, denn auf alle Welten wartet ein Ende.

Afif stellt während der Ausstellungsdauer kein Objekt in den Räumen des Museums aus, sondern hinterlässt lediglich eine sichtbare Spur in Form von Postern, welche die vergängliche Performance „Das Ende der Welt“ zum Ausstellungsende am 29. November ankündigen. Unweigerlich fragt man sich, von welcher Welt das Ende angekündigt wird – von der wirklichen Welt, der metaphorischen Welt des Museums oder von einer weiteren Welt, die so untersucht und ausgehöhlt wurde, dass sie entleert zu Ende geht. Dem Verständnis des Künstlers folgend ist in gewissem Sinne auch jede Ausstellung eine eigene Welt, die mit der Aufführung ihr Ende findet.

Teil von Afifs künstlerischer Praxis ist ein selbstreflexives Spiel mit seiner eigenen Arbeit. In anderen Arbeitszyklen steht oftmals ein Objekt am Anfang, welches von Künstlerkollegen in andere Medien wie Texte oder Kompositionen übersetzt wird. Diese Auseinandersetzung beinhaltet die Idee einer unabgeschlossenen und sich ständig transformierenden Arbeit, die immer wieder neue, sich aufeinander beziehende und vermischende Arbeiten hervorbringt. Auch „Das Ende der Welt“ stellt einen Anfangspunkt dar – diesmal in Form von Gesprächen und einer Performance. Afif verkündet in dieser Arbeit also ein Ende, welches zugleich einen Anfang bezeichnet.

Ein Werk von Saâdane Afif in Zusammenarbeit mit Augustin Maurs.
Performance am 29. November (19:30 Uhr), Eintritt frei, Anmeldung hier

Saâdane Afif