Mark Dion

Gesammelte Sammler. Die materielle Kultur der Feldforschung.

Was bringt jemanden dazu, stundenlang auf der Lauer zu liegen, um ein bestimmtes Tier zu beobachten oder  jahrelang in fernen Ländern unterwegs zu sein, um Tiere, Pflanzen oder Steine zu sammeln?

Der Wunsch, diese Motivation zu ergründen, ist der Ausgangspunkt für die künstlerische Intervention von Mark Dion. Dabei betrachtet er die Forscherinnen und Forscher, die seit über 200 Jahren die Sammlungen des Naturkundemuseums zusammengetragen haben, ähnlich wie ein Anthropologe oder Ethnologe eine fremde Kultur, die es anhand ihrer Gebrauchsgegenstände zu erkunden gilt.

Dion richtet seine Aufmerksamkeit auf diejenigen Instrumente und Materialien, die für die Arbeit draußen „im Feld“ verwendet werden. Er fragt sich dabei, inwiefern diese Dinge Auskunft darüber geben, welche technologischen, politischen, kulturhistorischen und ökonomischen Aspekte die wissenschaftliche Arbeit beeinflussen – vom Kaiserreich über die Zeit des Nationalsozialismus, die DDR bis in die Gegenwart.

 

Mark Dion (*1961 in New Bedford/USA, lebt in New York) beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit unserem Verhältnis zur Natur in Wissenschaft und Kunst. Er stellt international aus, u.a. im Natural History Museum in London (2007), auf der documenta 13 (2012), auf der Istanbul Biennale oder im ICA Boston (beides 2017).

 

Kuratorin: Christine Heidemann
Projektassistenz: Jule Stange

Mark Dion
© Museum für Naturkunde / Jule Stange